muscon_Logo1

muscon Talk

Mit Cesar Galehr konnte muscon einen der wohl bewandertsten Musiker aus Vorarlberg und Umgebung für einen Fierobad-Jazz gewinnen. Der in Nüziders wohnhafte Sänger und Harp-Spieler lebte eine Zeit lang in den Vereinigten Staaten, machte sich im deutschsprachigen Raum mit seiner Country-Band Go West einen Namen und teilte die Bühne mit einigen der größten Acts der Branche. Wir sprachen mit ihm über seine Erfahrungen, Einblicke und Erkenntnisse.


Cesar, du verbrachtest einen Teil deines Lebens in den USA. Was waren deine Beweggründe für den Umzug in die Staaten und was motivierte dich, dort zu bleiben?

Meine Motivation war die Begeisterung für die Blusharp und die Musik der Südstaaten, auch schien Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein, ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Musikstile. Ich war natürlich damals auf Country, Bluegrass, Southern Rock und artverwandte Stile fokussiert, konnte einige meiner Idole auf der Bluesharp persönlich treffen. Das war natürlich eine irre Inspiration und ein Ansporn, zugleich aber auch ein Ankommen auf dem Boden der Realität, wenn man sehen konnte, wie viele exzellente Musiker dort sich tummelten und kaum ein Auskommen finden konnten.


Ein Dasein als Künstler in Übersee ist sicher ein anderes, als hier in Europa und Vorarlberg. Wo liegen für dich die Unterschiede und Gemeinsamkeit für ein Leben im Kunst- und Kulturbereich im Vergleich?

Das Überleben als Musiker ist dort ungleich fordernder und härter, die Konkurrenz riesig und die Bezahlung teilweise sehr schlecht. Aber zumindest damals gab es sehr viele Auftrittsmöglichkeiten für Bands und man konnte auch überall exzellente Livemusik hören. Förderungen in dem Bereich gab es keine, vielleicht im Klassikbereich. Dafür waren Musiker sehr hilfreich und unterstützend.


Neben deinen gesammelten Erfahrungen in Nordamerika hast du außerdem große andere Teile der Welt gesehen. Inwiefern beeinflussen solche Erlebnisse dein Leben als Musiker und Alltags-Mensch?

Musik ist immer ein verbindendes Element und wird so hoffe ich immer das Leben der Menschen verschönern.


Aufgrund deiner langjährigen Tätigkeit im Musikbusiness kennst du viele der Entwicklungen in diesem Bereich. Wie siehst du die Zukunft?

Vieles, das früher unmöglich war, ist heute einfacher und erschwinglich geworden. Wir reden von Technik wie Beschallungsanlagen, Mischpulten auch Aufnahmemöglichkeiten oder Zugang zu gutem Unterricht und Ausbildung außerhalb des Klassikbereichs. Andererseits kommt es durch Multimedia zu einem Überangebot und einer geringeren Wertschätzung, da man alles downloaden, kopieren oder streamen kann. Unzählige Plattformen bieten Musik zu Schleuderpreisen an. Aber es gibt auch sehr viele neue Möglichkeiten für Musiker sich zu präsentieren, die es früher nicht gab. Insgesamt wird es meiner Meinung nach sehr schwierig nur mit Musik zu überleben, vor allem dann wenn man nicht im Mainstream unterwegs ist. Aber gute Musiker, die ihr Handwerk verstehen werden immer geschätzt werden, so keep on picking!


Vielen Dank fürs Gespräch!


Photo © Cesar Galehr

Hinweis: Der Inhalt dieses Blogposts / Gastkommentars / Interviews muss nicht die Meinung des Kulturverein muscon widerspiegeln.